Abenteuer Afrika II

So langsam wird es eng

"Afrika, unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2015. Dies sind die Abenteuer der Künstlerin UKo, die mit ihren fünf Farben gefühlt 1000 Jahren auf der Leinwand unterwegs ist, um fremde Welten zu gestalten, der Leinwand neues Leben einzuhauchen und zwei Giraffen auferstehen zu lassen. Viele Lichtjahre von der Realität entfernt stößt UKo in eine Welt vor, die nie ein Mensch zuvor gesehen hat."

 

Leute ich sage euch, so ähnlich wie ich mich derzeit fühle, muss sich die Besatzung der Enterprise wohl gefühlt haben beim Angriff der Klingonen. Oder waren es die Klonkrieger? Ach nee, das war ja Star Wars Episode II. Ist aber auch egal. Ich bin derzeit mehr als hin und her gerissen und ziemlich unter Druck. Ihr wisst ja: Am 1. Dezember habe ich endlich angefangen, den Weihnachtswunsch meines Sohnes und seiner Freundin - ein Wandbild "Afrika mit Giraffen im Sonnenuntergang" - in die Tat umzusetzen, und eigentlich will ich auch schnell damit fertig sein. Tja, will.

 

Doch dann sind da erst einmal die Weihnachtsmärkte, bei denen ich selbst mit einem Stand dabei bin. Dann ist da auch noch die Arbeit am Projekt "Zeitung in der Grundschule", und nicht zu vergessen die Redaktion. Wer mich kennt, weiß, dass ich bei der Taunus Zeitung als Journalistin arbeite. Kurzum: Viel Arbeit, wenig Zeit. Und so steht die Staffelei Tag für Tag wie ein gescholtenes Kind in der Ecke (erinnert mich an meine Schulzeit), und jeden Abend mahnt mich die grundierte Holzplatte: Du musst endlich weitermachen! 

 

Dann ist es soweit: Ich suche die Farben aus. Ist nicht so schwierig, schließlich wollen die "Auftraggeber" ja ausschließlich Rot, Orange, Gelb, Weiß und - Schwarz. Geht also relativ zügig, das mit den Farben aussuchen. Dann ist sie wieder da, die berühmte Angst vor der weißen Leinwand. Mache also erst mal grob eine Skizze, zwecks Einteilung und so. Geht auch noch relativ zügig. Dann schleiche ich wieder einmal Tage lang um die Skizze herum. Und machmal habe ich das unbestimmte Gefühl, dass mich die "Leinwand" verhöhnt. "Das schaffst du nicht", hämmert es im Hinterkopf. Die Uhr tickt unaufhörlich, unüberhörbar, Weihnachten rückt immer näher. Mittlerweile brennt das dritte Lichtlein am Kranz und mir dämmert es: Jetzt wird's eng!

 

Zweiter Akt

Flächen anlegen

Alles Ach und Weh hilft nichts, ich muss endlich weitermachen. Mache ich dann auch, wie ihr oben sehen könnt. Zweiter Akt, sozusagen. Flächen anlegen. Völlig erleichtert, dass die weiße Leinwand nun nicht mehr weiß ist, falle ich nach einem langen Arbeitstag und noch mal an der Staffelei stehen ins Bett und erlebe eine unruhige Nacht.

 

Ich träume von Afrika, von Savannen mit Marula-Bäumen (keine Ahnung, ob die da wirklich so  stehen, wie ich das träume), Elefanten und: Klar - Giraffen in der Abendsonne mit einem hämischen Grinsen im Gesicht. Dieses Bild ist mehr als ein Abenteuer. Es ist die absolute Herausforderung, zumal ich mir blöderweise auch noch das Originalbild als Ausdruck neben die Staffelei gehängt hatte. Erfolgsdruck? Nö, üüüüüberhaupt nicht. Haha, ich platze fast vor Druck, als ich am nächsten Morgen schweißgebadet von meinem nächtlichen Ausflug aus Afrika zurückkehre.

Also: Original abhängen. Ab in den Mülleimer damit. Jetzt wird nach UKo-Art gemalt. 


Drama, Drama, Drama


Wir schreiben den 14. Dezember, es ist also ein Tag nach dem Dritten Lichtlein am Kranz und der Vorhang hebt sich zum dritten Akt in Sachen Abenteuer Afrika. Es gilt einen einigermaßen dramatischen Abendhimmel zu gestalten. Und während ich so pinsele, hoffe ich, dass der Weihnachtsabend nicht zum dramatischen Ereignis für meinen Sohn wird, wenn er das Endprodukt zu sehen bekommt. Während ich zweifele, finden meine Freundinnen den Himmel "Wow". Ich nehme das jetzt einfach mal so als Kompliment und hoffe, die noch verbleibenden Tage nicht jedes Mal schweißgebadet wach zu werden. 

 

Übrigens war ich zwischenzeitlich auch noch auf Safari. Giraffen studieren. Nein, nicht des Nachts in Afrika. In Kronberg, im Opel Zoo. Der hat ja gottlob einige dieser schönen Tiere. Und ein Ausflug dorthin ist immer wieder inspirierend und beruhigt obendrein so schön meine Nerven. Jetzt muss das mit den Giraffen in der Abendsonne ja klappen...

 

Wie das Abenteuer Afrika ausgeht, kann ich euch leider erst nach Weihnachten zeigen. Mein Sohn liest nämlich meinen Blog. Aber dann kann ich euch dann gleich auch sagen, wie dramatisch die Bescherung war. Wenn ich mir das so richtig überlege: Ich glaube, wir essen zuerst. Traumatische Erlebnisse können einem ja durchaus auf den Magen schlagen und uns allen den Appetit verderben. In diesem Sinne: Ich wünsche euch allen eine wunderbare Weihnacht, mit schönen Geschenken, leckerem Essen und vor allem lieben Menschen um euch herum. 

 

Bis nach der Bescherung. Eure UKo